Zwischenbericht – pünktlich nach PNG Time

Manch einer möge nun gerne eine Entschuldigung meinerseits hören, da ich erst jetzt – drei Wochen nach meiner eigentlichen Halbzeit diesen Artikel schreibe. Da mir Ausreden nicht liegen, bekenne ich mich Schuldig; obwohl… nein, hier nach PNG Zeit bin ich ja immernoch einigermaßen pünktlich.

Der letzte Artikel ist ja nun schon eine gute Weile her und seitdem hat sich auch einiges getan. Das Schuljahr begann Ende Januar mit der Orientation Week für die neuen Studenten und somit mussten wir Lehrer uns auch neu orientieren. Jedoch rückte zuerst ein anderes Thema in den Vordergrund, undzwar das Wasser. Schon gegen Mitte Januar fiel die Wasserpumpe, welche für das gesamte Seminar (außer den Oversea-Häusern) zuständig ist aus. Nun vermag man zu meinen, dass dieses Problem sich inzwischen schon längst hätte erübrigen sollen. Fehlanzeige. Seit diesem Zeitpunkt haben alle Schüler + Familien (etwa 200 Leute) kein Wasser mehr. Dies spiegelt sich auch Teils in der Stimmung der Schüler wieder. Immerhin hat der Großteil der Schüler auch die Schulkosten bezahlt und nun wird natürlich von Seiten der Schüler an das Seminar eine Gegenleistung erwartet – die sich jedoch bis heute nur in leeren Versprechungen äußert…

Abgesehen davon gibt es aber auch gute Neuigkeiten! Man hat mir den neuen Englischkurs für die „Erstklässler“ zugeteilt, welche ich also seit Mitte Februar mit viel Motivation und Spaß unterrichte. Dies tue ich in Zusammenarbeit mit dem eigentlichen Englischlehrer des Kurses. Die Wochenstunden haben wir gerecht aufgeteilt. Diesen Kurs konnte ich aber erst in der zweiten Woche beginnen, da wir Freiwilligen zum Zwischenseminar bestellt wurden, welches in Jais Aben bei Madang stattfand. Dabei haben wir viel theoretischen Unterricht über das Land, die Kultur sowie die Arbeit bekommen. Themen wie der Unterschied zwischen Scham- und Schuldkultur, Zauberei oder die Globalisierung im Bezug auf PNG waren dabei besonders interessant. Der Zeitpunkt des Seminars hat mir zwar gar nicht zugesagt, da ich viel lieber in der ersten Woche direkt unterrichtet hätte, aber das musste ich somit nach hinten verschieben.

Es freute mich sehr, meine Nachbarsfamilie gegen Ende Januar wieder auf dem kleinen Flugfeld zu empfangen, die für ihren Heimaturlaub für etwa 7 Wochen weg waren. Mit der Freunde kam aber auch mehr Arbeit einher – was mich im Endeffekt noch mehr freute, da die lange Ferienzeit hier in Logaweng für meinen Geschmack doch etwas viel zu lang war. Seit der Rückkehr von den Cramers, arbeite ich also noch in Kooperation mit Knut zusammen im Buk Stoa (= Buchladen). Dort verkaufen wir Bücher und Büroartikel, welche die Schüler zum Studieren nunmal benötigen. Da es die meisten Sachen davon nur in Lae zu kaufen gibt, ist die Nachfrage der Sachen auch sehr hoch. Ich kümmere mich dabei um verkauf, sowie der Instandhaltung des Ladens und Knut übernimmt hauptsächlich den finanziellen Teil.

In den letzten zwei Wochen waren drei junge deutsche (nennen wir sie mal) Praktikanten unten in der Krankenstation Butaweng. Einer von ihnen ist schon ausgebildeter Arzt und machte somit seine Orientierung hier. Er wird in demnächst in Eteb mit seiner Familie stationiert sein, was garnicht mal allzu weit von hier entfernt liegt, jedoch trotzdem nur zu erreichen mit dem Boot. Mit den Dreien haben wir in der kurzen Zeit vor allem an den Wochenenden viel unternommen.

Im Moment sitze ich gerade bei Kerzenschein vor dem Laptop, da (mal wieder) Stromausfall ist. Dies haben wir nun schon seit einer ganzen Woche so und langsam reicht uns das auch. Ich hoffe, dass bald wieder Strom und Wasser vorhanden ist, sowie dass die zweite Hälfte meines Freiwilligenjahres mindestens genauso spannend wird wie die Erste. Bis zum nächsten Bericht wünsche ich allen meinen fleißigen Mitlesern zuhause Alles Gute!

 

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